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Urlaubsgewährung, eine einfache Sache?

Der Arbeitgeber erstellt am Jahresanfang in seinem Büro einen Urlaubsplan, welcher Mitarbeiter zu welcher Zeit seinen Urlaub zu nehmen hat,

oder

ein Mitarbeiter erstellt zu Hause seinen Urlaubsplan und präsentiert ihn dem Arbeitgeber, der ihn abzusegnen hat.

Wer liegt richtig? Niemand so ganz.

Der Arbeitgeber kann den Urlaub einseitig nicht festlegen. Er ist nach dem Gesetz vielmehr verpflichtet, die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, wenn nicht dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer entgegenstehen.

Der Arbeitgeber legt also den Urlaub unter Berücksichtigung der Wünsche des Arbeitnehmers fest und nicht umgekehrt.

Nun weiß der Arbeitnehmer nicht, wann er in Urlaub gehen möchte und äußert keinen Urlaubswunsch. Dann ist der Arbeitgeber berechtigt, den Urlaub des Arbeitnehmers bei der Urlaubsplanung festzulegen. Sollte dies dem Arbeitnehmer nicht recht sein, weil er gerne zu einem anderen Zeitpunkt z.B. in die Sonne fliegen möchte, muss er dies unverzüglich dem Arbeitgeber mitteilen, der diesen Wunsch zu berücksichtigen hat, wenn es noch aus betrieblichen Gründen und unter Berücksichtigung der Urlaubsplanung der anderen Mitarbeiter möglich ist. Anderenfalls bleibt es bei dem festgesetzten Urlaub.

Nun ist ein Mitarbeiter kein Freund von vorheriger Festlegung des Urlaubs, da er Urlaub nehmen möchte, wenn er gerade Lust dazu hat und das Wetter entsprechend schön ist. Kurz entschlossen bucht er eine dreiwöchige Flugreise und teilt dem Arbeitgeber mit, ihm stünde ja Urlaub zu und er sei "jetzt dann mal weg".

Ein klassischer Fall der unzulässigen Selbstbeurlaubung. Der Arbeitnehmer ist nicht berechtigt, eigenmächtig und ohne Zustimmung des Arbeitgebers den Urlaub anzutreten.

Ist der Urlaubsdrang stärker, da es sich um ein unschlagbar günstiges Angebot handelt, und fliegt der Arbeitnehmer ins gebuchte Urlaubsziel, dann muss er damit rechnen, dass er zu Hause in seinem Briefkasten ein Kündigungsschreiben oder zumindest ein Abmahnschreiben nach seiner Rückkehr vorfindet. Damit dürfte der Erholungseffekt dahin sein.