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Betriebsbedingte Kündigung und Sozialauswahl

Sie erhalten eine Kündigung von Ihrem Arbeitgeber mit der Begründung, Sie würden nicht mehr gebraucht, Ihr Arbeitsplatz würde wegfallen. Müssen Sie etwa diese Kündigung akzeptieren?

So einfach sollten Sie es Ihrem Arbeitgeber nicht machen. Ist nämlich einem Arbeitnehmer aus dringenden betrieblichen Erfordernissen gekündigt worden, so ist die Kündigung trotzdem sozial ungerechtfertigt, wenn der Arbeitgeber bei der Auswahl des zu kündigenden Arbeitnehmers unter anderem

• die Dauer der Betriebszugehörigkeit,
• das Lebensalter,
• diete Unrhaltspflichten und
• gegebenenfalls die Schwerbehinderung des Arbeitnehmers nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt hat.

Sie sollten darüber hinaus wissen:

Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts bestimmt sich der Kreis der in die Sozialauswahl einzubeziehenden vergleichbaren Arbeitnehmer in erster Linie nach der ausgeübten Tätigkeit. Welcher andere Arbeitnehmer im Betrieb macht Gleiches oder Ähnliches wie der gekündigte Arbeitnehmer? (Die Notwendigkeit einer kurzen Einarbeitungszeit - etwa 3 Monate - steht einer Vergleichbarkeit nicht entgegen.)

Gibt es andere Arbeitnehmer mit ähnlichem oder gleichen Tätigkeitsbereich wie Sie? Dann müssen Sie sich fragen, ob Ihr Arbeitgeber eher dem anderen Arbeitnehmer hätte kündigen müssen, weil er beispielsweise wesentlich kürzer im Betrieb ist als Sie oder wesentlich jünger oder gegenüber keiner Person zum Unterhalt verpflichtet ist, anders als Sie.

Auch hier wieder unsere dringende Empfehlung: Wenn Sie im Zweifel sind, ob Ihr Arbeitgeber die o.g. Kriterien beachtet hat, sollten Sie sich immer an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht wenden, weil vielleicht hier Ihre Chance liegt, sich doch noch Ihren Arbeitsplatz zu erhalten.