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Aufhebungs-/Abwicklungsvertrag

In Zeiten wie diesen müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Arbeitgeber Sie anspricht und Ihnen vorschlägt, einen Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag zu schließen. Das wird dann häufig damit begründet, dass Sie doch sowieso bald in Rente gingen, Sie vielleicht auch inzwischen physisch überfordert seien, des Öfteren krank wären - mit einem Wort: Sie sollten (endlich) aufhören. Vielleicht bietet Ihnen der Arbeitgeber dann auch noch zum "Trost" eine Abfindung an.

Seien Sie vorsichtig. Sie sollten in einem solchen Fall auf jeden Fall einen Fachanwalt für Arbeitsrecht einschalten. Denn es kommt jetzt auf die Formulierungen an und auch darauf, dass Sie beim Arbeitsamt keine Sperre bekommen, falls Sie denn nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses arbeitslos werden sollten.

Manchmal ist von einem Aufhebungsvertrag die Rede, manchmal von einem Abwicklungsvertrag. Wird im Vertrag eine Vereinbarung über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses getroffen, so handelt es sich um einen Aufhebungsvertrag. Wird Ihnen dagegen gekündigt und Sie schließen erst danach einen Vertrag, der die Modalitäten der Beendigung des Arbeitsverhältnisses regelt, dann handelt es sich um einen sogenannten Abwicklungsvertrag. Bei einem Abwicklungsvertrag dürften Sie im allgemeinen keine Probleme mit dem Arbeitsamt bekommen, wohl aber beim Aufhebungsvertrag, wie schon oben erwähnt.

Insbesondere wenn es um die Festlegung einer Abfindung geht, sollten Sie wissen, dass es zwar bei solchen Abfindungen "übliche" Berechnungen gibt (die Höhe der Abfindung ist regelmäßig abhängig von der Dauer der Beschäftigung). Aber wenn Ihr Arbeitgeber eigentlich gar keinen Grund hat, zumindest keinen, der von der Rechtsprechung anerkannt wird, sich von Ihnen zu trennen, dann sollte es regelmäßig nicht bei der "Üblichkeit" der Höhe der Abfindung bleiben. Vielmehr ist es sinnvoll, in einem solchen Fall mit Ihrem Arbeitgeber über eine weitaus höhere Abfindung zu verhandeln.

Aber auch hier wieder: Das sollten Sie regelmäßig dem Anwalt Ihres Vertrauens überlassen. Der hat mit Sicherheit mehr Erfahrung bei solchen Verhandlungen als Sie.